Nachdem der Film aufgenommen wurde, muss er durch eine abschließende Komprimierung noch auf eine brauchbare Größe gebracht werden. In den meisten Fällen ist es empfehlenswert zwei CDs für einen kompletten Spielfilm zu verwenden, da bei nur einer CD oft deutlich Kompressionsartefakte zu erkennen sind. Das betrifft hauptsächlich analoge Fernsehaufnahmen, weil selbst mit einer entsprechenden Nachbearbeitung, das Filmmaterial immer etwas "unsauber" bleiben wird und deshalb eine höhere Datenrate von Vorteil ist. Wobei das aber von der verwendeten Auflösung und dem Quellmaterial abhängt. Denn bei dem jetztigen Entwicklungsstand der Codecs lassen sich auch 90min im 16:9 Format (~576x320 Pixel) durchaus auf einer CD unterbringen. Beim 4:3 Format (576x432 Pixel) ist eher davon abzuraten, wobei es vom Quellmaterial abhängt.
Bei digitalen Aufnahmen, wie DVB oder einer DVD sieht es anders aus, dort ist das vorliegende Material in der Regel von sehr guter Qualität und kann meistens problemlos auf nur einer CD untergebracht werden.

In der folgenden Anleitung wird erläutert, wie man mit Hilfe von VirtualDubMod (VDM) den aufgenommenen Film ins DivX-Format konvertiert und die zur Verfügung stehenden Filter einsetzt, um das bestehende Material aufzuwerten und in einer guten Qualität abzuspeichern. Als Grundlage für die Erläuterungen dient DivX Pro v5.2.0. VDM wird anstelle des originalen VirtualDub verwendet, weil die modifizierte Version neue Optionen bietet, die die Arbeit deutlich erleichtern. So können z.B. OGM-Dateien jetzt direkt mit VDM erstellt werden. Außerdem bietet es Unterstützung für MP3s mit variabler Bitrate und erleichtert das Splitten von Dateien erheblich, weil die konkrete Größe des Videos angegeben werden kann. Doch das sind nur einige der Vorteile. Natürlich kann auch dieses Programm für die Aufnahme eingesetzt werden.

Bevor man sich jedoch ans Werk macht sollte der LAME ACM Codec installiert werden, dass ist zu empfehlen falls der Ton direkt aus VDM heraus mit z.B. 128kbit/s ins MP3-Format gewandelt werden soll. Die Installation ist notwendig, weil der dem Media Player beigefügte Fraunhofer Codec lediglich in der "advanced" Version vorliegt, d.h. das nur eine Kodierung mit maximal 56kbit/s und einer Frequenz von 22kHz möglich ist.
Um jedoch eine optimale Audioqualität zu erzielen sollte auf den externen LAME-Encoder zurückgegriffen werden, da Lame ACM lediglich eine konstante (CBR) bzw. durchschnittliche Bitrate (ABR) unterstützt. Die Kodierung mit dem externen Programm ist zwar etwas aufwendiger, aber es lohnt sich. In der nachfolgenden Anleitung werden alle beiden Wege beschrieben, die externe Variante der Tonkomprimierung wird unter "Komprimierung mit LAME" bzw. "Komprimierung mit Vorbis" erläutert.


Steuerelemente von VirtualDub/VirtualDubMod

stoppt die Wiedergabe oder den gerade laufenden Prozess
aktiviert die Wiedergabe des Original-Files
aktiviert die Wiedergabe des Ausgabe-Files, zeigt eine Vorschau des Films mit allen ausgewählten Filtern
springt zum ersten Bild des Videos
springt zum letzten Bild des Videos
wechselt zum vorhergehenden bzw. nachfolgenden Bild
springt zum vorhergehenden bzw. nächsten Keyframe des Files (nützlich beim zerlegen von DivX-Files, da diese immer mit einem Keyframe anfangen müssen, aber nicht mit einem enden brauchen)
untersucht das Video auf einen Szenenwechsel in Rück- bzw. Vorwärtsrichtung und stoppt an dieser Stelle
Mark in/ Mark out - markiert den Anfang bzw. das Ende eines auszuwählenden Bereichs
mit der Trackbar kann an jede beliebige stelle des Videos gesprungen werden, bei gedrückter SHIFT-Taste  wird immer zu einem Keyframe gesprungen



Videodatei öffnen

Mit "File"->"Open video file..." die Datei öffnen. Bei einem mit "enable multisegment capture" aufgenommenen Film ist das die Datei mit der Endung *.00.avi, alle weiteren Segmente werden von VDM automatisch angehängt, sofern die Option "Automatically detect and load additional segments" aktiviert ist, und somit zum kompletten Video zusammengefügt. Sollen Files von verschiedenen Aufnahmen zusammengefügt werden kann man dies mit dem Befehl "Append AVI segment..." machen und damit beliebig viele Einzeldateien manuell miteinander verbinden. Das funktioniert aber nur unter der Voraussetzung, dass die verschiedenen Files die selbe Auflösung besitzen und mit dem gleichen Codec komprimiert wurden.

Entfernen von Werbeblöcken

Da sich in einem Fernsehfilm bekanntlich jede Menge Werbung befindet sollte diese vor der Komprimierung herausgeschnitten werden. Dazu wird mit Hilfe der Trackbar und den Tasten "Mark in" sowie "Mark out" Anfang und Ende eines Werbeblocks oder jedes anderen unerwünschten Bereichs markiert und anschließend mit der Taste "Entf" gelöscht. Dieser Vorgang wird beliebig oft wiederholt. Zum Schluss bleibt nur noch das wirklich benötigte Filmmaterial übrig. Vorsichtshalber sollten die entsprechenden Stellen im Vorschaufenster nochmal kontrolliert werden, damit es am Ende keine bösen Überraschungen gibt.

Filter

Als nächstes sollten ein paar Filter dazugeschaltet werden, um die Qualität des Videos zu verbessern. Zusätzlich zu den internen Filtern von VDM können auch noch externe hinzugefügt werden, diese werden nur in das Plugin-Verzeichnis von VDM kopiert und ggf. ein Neustart des Programms durchgeführt, um die neuen Filter zu laden. Eine große Auswahl von Filter findet man auf der Website von Donald Graft. Sämtliche von mir erwähnten Filter sind entweder in VDM integriert oder können hier direkt herunter geladen werden.
Das Menü für die Filter wird über "Video"->"Filters..." aufgerufen. Über die Taste "Add" gelangt man zu einer Auswahl der zur Verfügung stehenden Filter, nun einfach den gewünschten Filter anwählen und "OK" drücken. Sobald dies geschehen ist erscheint das Konfigurationsfenster für den jeweiligen Filter.


Deinterlace - Dieser Filter fügt die durch das Zeilensprungverfahren entstehenden zwei Halbbilder wieder zusammen.
Hier sollte die Option "blend fields together" gewählt werden, da diese das qualitativ beste Ergebnis liefert. Der Einsatz dieses Filters ist aber nur bei einer vertikalen Auflösungen von mehr als 288 Zeilen sinnvoll, da sonst sowieso nur ein Halbbild aufgezeichnet wird.
Wer etwas mehr zur Experimentierfreudigkeit neigt, der sollte unbedingt den SmartDeinterlacer ausprobieren. Dieser führt ein bewegungsabhängiges Deinterlacing durch, d.h. der Filter wird nur bei bewegtem Bildinhalt aktiv, denn bei statischen Bildern treten keine Interlacingartefakte auf. Das hat den Vorteil, dass gerade in "ruhigen" Szenen die Bildschärfe besser ist.
Wichtig! Das Deinterlacing sollte in der Regel zuerst durchgeführt werden.
Wer etwas mehr zum Zeilensprungverfahren (Interlacing) wissen möchte sollte mal auf dieser Seite nachschauen.

Dynamic Noise Reduction (MMX) - reduziert das Rauschen im Bild. Dies ist der selbe Filter der schon während der Aufnahme dazugeschaltet werden kann, wenn genügend Rechenleistung vorhanden ist. Falls dies der Fall ist braucht er hier natürlich nicht noch mal aktiviert zu werden.
Um eine gute Rauschreduktion zu erreichen sind Werte zwischen 8 und 12 angebracht, wird der Wert zu hoch gewählt verschwinden zum einen feine Details aus dem Bild und es entstehen außerdem "Geistereffekte", d.h. man sieht z.B. noch schemenhafte Umrisse vorhergegangener Bilder.
Cropping - Wenn das Bild im z.B. 16:9 Format vorliegt oder unsaubere Ränder aufweist sollten mit Hilfe der Cropping-Funktion zuerst die schwarzen Balken bzw. Ränder weggeschnitten werden. Dazu markiert man einen Filter, am besten den nach dem Deinterlacing und drückt dann die Taste "Cropping...". Nun sieht man eine Vorschau des aktuellen Bildes und kann mit Hilfe von X1, X2, Y1 und Y2 die gewünschte Anzahl von Pixel in der jeweiligen Richtung wegschneiden. Beim 16:9 Format würde das würde das Bild nach dem Cropping z.B. 768x432 Pixel haben.
Die Cropping Funktion ist auch bei der Aufnahme von einer Videokassette nützlich, da sich am unteren Bildrand immer Störungen befinden, die sich so leicht entfernen lassen. Den Filter kann man natürlich auch schon bei der Aufnahme einsetzten (Siehe "Aufnehmen mit VD").
Resize - ändert die Bildgröße. Es ist dringend zu empfehlen, dass mit 768/720x576 Bildpunkten aufgenommene Material nicht mit dieser Auflösung zu speichern, sondern das Bildformat zu verkleinern. Eine Größe von 576x432 Bildpunkten (Breite & Höhe durch 16 teilbar) ist für eine TV-Aufnahme im 4:3 Format völlig ausreichend. Als "Filter Mode" sollte "Precise Bicubic" gewählt werden, es ist zwar der langsamste aber auch qualitativ Beste.
Durch dieses Vorgehen erhält man eine um ~44% kleinere Bildfläche, was bei der anschließenden Komprimierung der Bildqualität zu gute kommt, da bei gleicher Bitrate eine kleinere Bildfläche zu kodieren ist und somit die Entstehung von Kompressionsartefakten deutlich vermindert wird.
Der Unterschied zwischen 768x576 und 576x432 Pixel ist bei analogen Aufnahmen sowieso kaum/nicht wahrnehmbar, insbesondere bei der Ausgabe über das TV-Gerät. Stammt das Quellmaterial von einer VHS-Kassette kann die Bildfläche noch kleiner gewählt werden, weil die horizontale Auflösung geringer ist als bei einer direkten TV-Aufnahme und das Bild ohnehin etwas "schwammig" wirkt. Ein zu großes Format würde nur unnötig Speicher verbrauchen, aber keine echte Verbesserung der Bildqualität bewirken. Deshalb kann die Auflösung auch auf 512x384 oder 448x336 verringert werden, einfach mal selbst schauen wie's aussieht.
Falls sich nun jemand fragt warum das Bild nicht gleich mit einer Auflösung von 576x432 Pixel etc. aufgenommen wird, so liegt das sowohl am Rauschen als auch den technischen Eigenschaften der Bildübertragung. Betrachtet man den Rauschanteil auf die Bildfläche bezogen, so ist dieser immer konstant. Jedoch werden bei voller PAL-Auflösung auch mehr Bilddetails gespeichert als z.B. bei 576x432 Pixel. Das ist vor allem in Hinsicht auf die Anwendung von Filtern wichtig. Deshalb ist es auch dringend zu empfehlen, die jeweiligen Filter vor dem ändern der Bildgröße anzuwenden, weil dem Filter einfach mehr Informationen zur Verfügung stehen, als wenn das Bild schon verkleinert wurde. Andererseits machen nur Aufnahmen mit einer vertikalen Auflösung von 576 oder 288 Pixel Sinn, d.h. es werden alle zwei oder nur ein Halbbild aufgenommen. Andere vertikale Auflösungen führen nur zu einer Verschlechterung der Bildqualität, vor allem in Hinsicht auf das Deinterlacing. Horizontal könnten hingegen "beliebige" Auflösungen gewählt werden, aber siehe Rauschen ;-)
Wichtig! Breite und Höhe des Bildes sollten immer ein vielfaches von 16 sein, weil dies sowohl für die Kodierung als auch die Wiedergabe Vorteile hat. Das entsprechende Format lässt sich übrigens am einfachsten mit dem DivX4 BitRate Calculator, unter dem Punkt "Proportions" berechnen.
Brightness/Contrast (UI-enhanced) - Dieser Filter dient zur nachträglichen Korrektur von Helligkeit und Kontrast, dabei handelt es sich prinzipiell um den selben der schon in VDM enthalten ist, wobei dieser um eine integrierte Vorschaufunktion erweitert wurde.

Wenn die Konfiguration der Filter abgeschlossen ist einfach auf "OK" klicken und man sieht im rechten Fenster von VDM eine Vorschau des Bildmaterials, wie es mit den aktivierten Filterparametern aussieht.
Damit die Filter bei der anschließenden Kompression auch von VDM berücksichtigt werden, muss unter "Video" der Punkt "Fullprocessing mode" aktiviert werden. Soll das Ausgangsmaterial direkt, ohne irgendwelche Filter, komprimiert werden, so aktiviert man stattdessen den Punkt "Fast recompress ". Damit steigt die Verarbeitungsgeschwindigkeit erheblich.

Video Compression

An dieser Stelle erfolgt die Auswahl des Codecs, der zur Archivierung benutzt werden soll. Dies geschieht über den Punkt "Video"->"Compression". Im nun folgenden Fenster wählt man den Eintrag "DivX Pro(tm) 5.2.0 Codec".

Nach einem Klick auf "Configure" gelangt man zur Codec Konfiguration.


 
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