Interne Audiokompression

Falls man sich für die externe Variante der Audiokodierung entschieden hat, kann gleich zum nächsten Punkt übergegangen werden. Ansonsten folgen die Einstellungen für die Komprimierung der Audiodaten. Dazu wählt man unter "Streams" den Punkt "Stream List".

Mit einem Rechtsklick öffnet man das Menü des entsprechenden Audio-Streams und aktiviert den Punkt "Full processing mode". Danach findet unter "Compression..." die Konfiguration des Audio-Codecs statt.

Optionen

"Use advanced filtering" aktiviert die erweiterten Audiofilter, welche dann über "Filters.." auswählbar sind. Ist dieser Punkt aktiviert sind die beiden nachfolgenden Optionen inaktiv, weil sie in "Filters.." mit enthalten sind.

"Conversion" ermöglicht das ändern der Samplingrate.

Mit "Volume..." kann die Lautstärke noch nachträglich verändert werden, wenn z.B. die Aufnahme zu leise ist.

Wurde "Compression..." ausgewählt erscheint das folgende Fenster.

Hier wählt man "Lame MP3" und "128kbps, 44100Hz CBR, Stereo". Natürlich kann auch eine andere Bitrate gewählt werden, falls man z.B. eine bessere Audioqualität erzielen möchte.

Auch wenn der ABR-Modus (durchschnittliche Bitrate) bei gleicher Bitrate mehr Qualität gegenüber dem CBR-Modus ermöglicht, so sollte er jedoch nicht zusammen mit einem AVI-Container verwendet werden. Das gleiche gilt für VBR (variable Bitrate), da in einem AVI eigentlich nur eine konstante Bitrate verwendet werden kann. Das es aber dennoch funktioniert liegt an einem Hack des MP3-Headers. Genauere Infos zur Problematik stehen in der VDM-Hilfe.

Wer nicht auf ABR/VBR verzichten will sollte den Ton besser extern komprimieren und in einen OGM-Container packen. Allerdings wird im folgenden auch der sehr verbreitete "VBR-AVI" Weg beschrieben.

Wichtig! Aufgrund der Verwendung des Multipass-Verfahrens bei der Videokodierung sollte der Audio-Stream nur im letzten Durchgang aktiviert werden, weil ansonsten unnötig Rechenleistung und somit Zeit verschwendet wird. D.h. im Moment die Tonspur mit dem Button "Disable" deaktivieren.

Als nächstes folgt der Punkt Film komprimieren.

Externe Audiokompression

Bei der externen Kodierung des Tons müssen zusätzlich die folgenden zwei Schritte ausgeführt werden:

  • "Streams" -> "Stream List" aufrufen und über den Button "Save WAV" den Ton des fertig geschnittenen Films in eine WAV-Datei extrahieren, damit diese später separat kodiert werden kann.
  • Jetzt den Audio-Stream über den Button "Disable" in der Stream List deaktivieren, damit keine Weiterverarbeitung erfolgt.

Danach müssen die gerade erstellten WAV-Dateien z.B. noch ins MP3-Format konvertiert werden. Wie die Wandlung ins MP3-Format genau geschieht ist unter "Komprimierung mit LAME" nachzulesen. Wer hingegen den Ton mit Ogg-Vorbis komprimieren will, liest sich die Anleitung "Komprimierung mit Vorbis" durch. Ich persönlich bevorzuge die zweite Variante. Denn mit Vorbis erzielt man bei gleicher Bitrate eine höhere Qualität bzw. bei gleicher Qualität eine kleinere Dateigröße.

Film komprimieren

Nachdem die Audioeinstellungen soweit abgeschlossen sind, muss das Fimmaterial natürlich noch gespeichert werden.
Wie schon erwähnt sollte für die Komprimierung das Multipass-Verfahren eingesetzt werden. Dieser Vorgang lässt sich relativ komfortabel über die "Job control..." erledigen, da hier verschiedene Teilaufgaben automatisch hintereinander abgearbeitet werden können.

Dazu unter "File" -> "Save as..." anklicken, denn Dateinamen für den ersten Teil des Films eingeben, als Dateityp AVI auswählen und die Option   aktivieren. Die Option bewirkt das VDM nicht sofort mit der Kodierung der ausgewählten Sequenz beginnt, sondern diese in die Job-Liste übergibt. Zu dieser kann man beliebig viele solcher Teilaufgaben hinzufügen, welche im Anschluss der Reihenfolge nach automatisch abgearbeitet werden.

Nachdem der erste Durchgang in der Job-Liste gespeichert wurde, müssen die Codec Einstellungen für den zweiten Durchgang entsprechend angepasst werden. Dazu über "Video" -> "Compression..." nochmals das Konfigurationsfenster des DivX-Codec aufrufen und unter "Verschlüsselungsmodus" diesmal die Einstellung "Multipass, N. Durchlauf" auswählen.
Unter "Multipass-Verschlüsslungsdateien" muss natürlich der Dateiname angegeben sein, unter welchem die Daten des Log-Files im ersten Durchgang gespeichert wurden. Falls mehr als zwei Durchgänge geplant sind sollte auch die Option aktiviert werden. Wie bei den Codec Einstellungen schon erklärt, kann jetzt auch die Option "Bitratenmodulation" angepasst werden. (Siehe Bild)

Wurden alle Einstellungen modifiziert, wird nun auch der zweite Durchgang und alle weiteren, wie gerade erklärt, in der Job-Liste gespeichert. Dabei sei angemerkt, dass der Dateiname für den zweiten bzw. für weitere Durchgänge immer der gleiche sein kann. Die vorhergehende Datei wird dann einfach überschrieben. Es macht jedoch Sinn bei mehr als zwei Durchgängen verschieden Dateinamen zu verwenden, weil man so ggf. die Qualität der verschiedenen Dateien nochmals vergleichen kann.

Wichtig! Es ist darauf zu achten, dass bei der internen Komprimierung des Tons der Audio-Stream im letzten Durchgang wieder aktiviert wird!
Wurde der Ton extern komprimiert sollte das entsprechende File, sei es MP3 oder Ogg, vor dem abspeichern des letzten Durchgangs geladen werden. Dies geschieht über "Stream" -> "Stream List" und den Button "Add". Die Originaltonspur bleibt weiterhin deaktiviert. Das hinzufügen des Tons ist jedoch auch noch im nachhinein möglich (Siehe unten).

Vor dem letzten Durchgang sollte man sich ebenfalls für das endgültige Container-Format entscheiden. Zur Auswahl stehen AVI (Audio-Video Interleaved), OGM (Ogg Media File) und MKV (Matroska File). Hat man den Ton Ogg-Vorbis komprimiert muss man sich zwangsläufig für OGM oder MKV entscheiden. Bei Verwendung eines MP3 Files mit variabler Bitrate sollte dies auch geschehen. Auf www.wikipedia.org gibt's ein paar allgemeine Infos zu OGM und MKV.
Ausführliche Informationen zu Matroska findet man auf der Homepage des Projects: www.matroska.org. Für die Wiedergabe eines Matroska-Files muss der Matroska Splitter installiert werden. Für die Wiedergabe eines OGM-Files wird der Ogg DirectShow Filter benötigt.

Wichtig! Es ist jedoch vorwegzunehmen, dass für die Erzeugung einer Hardware kompatiblen Datei, d.h. für DivX-Player, das MP3-Format und der AVI-Container z.Zt. zu bevorzugen ist. Auch wenn schon einige Modelle Ogg-Vorbis unterstützen, ist das beim OGM Container leider noch nicht der Fall. Jedoch haben einige Hersteller inoffiziell eine OGM Unterstützung für das erste Halbjahr 2004 angekündigt. Allerdings sind das nur Gerüchte. Von der technischen Seite soll es nämlich gar nicht so einfach sein, eine OGM-Unterstützung zu implementieren.
Update: Das erste Halbjahr ist vorbei und nichts hat sich getan. Deshalb sind momentan AVIs zu bevorzugen!

Unter "Dateityp" muss jetzt entweder "Audio-Video Interleave (*.avi)", "Ogg Media File (*.ogm)" oder "Matroska File (*.mkv)" ausgewählt werden.

Im unteren Teil wird als "Video Mode" "Fast recompress" eingestellt, falls man es vorher noch nicht gemacht hat.

Dann den Dateinamen eingeben, die Datei in der Job-Liste speichern und fertig ist man.

 

Sind sämtliche Teilaufgaben in der Job-Liste gespeichert, wird der Punkt "File" -> "Job control..." aufgerufen und mit "Start" die Abarbeitung der Liste begonnen.
Soll der PC nach Beendigung des Kodiervorgangs automatisch heruntergefahren werden, braucht man hier lediglich unter "Options", "Shutdown when finished" zu aktivieren.

So, das war's und schon hat man den fertigen Film. ;)

Im Anhang sind noch ein paar nützliche Tipps zur Weiterverarbeitung mit VirtualDub zu finden.



Anhang 1: Muxen

Als muxen (multiplexen) wird das zusammenfügen von Video- und Audiostream bezeichnet. Wie oben schon erwähnt kann dies auch nachträglich erfolgen.

Dazu den
Punkt
"Streams"
->
"Stream List" aufrufen und im nun sichtbaren Fenster (Bild siehe oben) über den Button "Add" das entsprechende Audio-File einfügen, mit einem Rechtsklick das Menü aufrufen, den Punkt "Direct stream copy" aktivieren und das Fenster mit "OK" verlassen.

Abschließend wird die Datei, wie schon beschrieben, mit "File" -> "Save as..." auf der Festplatte gespeichert. Es ist jedoch darauf zu achten, dass bei "Video mode" ebenfalls "Direct stream copy" eingestellt ist.

Anhang 2: Datei splitten

Wer die Datei auf 2 CDs verteilt, muss noch die folgenden Schritte durchführen:

  • Datei öffnen
  • Mit dem "Mark in" Button den Anfang des Videos markieren, dann
  • "Edit" -> "Go to last keyframe" anwählen und die gewünschte Größe in MB angeben, nach der gesplittet werden soll (z.B. 698 MB).
  • Das angezeigt Frame mit "Mark out" als Ende markieren,
  • unter "File" -> "Save as..." den entsprechenden Dateityp wählen (Bild siehe oben) und den ersten Teil speichern.
  • Jetzt das Ende des ersten Teiles als Anfang des zweiten markieren,
  • zum Ende des Films springen und dieses mit "Mark out" markieren.
  • Abschließend wieder "File" -> "Save as..." ausführen und den zweiten Teil speichern.

Nach diesem Muster können natürlich beliebig viele Teilstücke erzeugt werden und es funktioniert auch mit OGM- und MKV-Files.

Anhang 3: Dateien zusammenfügen

In einigen Fällen möchte man eventuell mehrere einzelne Files wieder zu einem ganzen zusammenfügen. Dazu wird die erste Datei wie gewohnt mit "File" -> "Open video file..." geöffnet und alle nachfolgenden mit "Append segment..." angehängt. Die Datei speichert man dann wie beschrieben im "Direct stream copy" Modus ab.
Wichtig! Die einzelnen Dateien müssen natürlich vom gleichen Typ sein, d.h. gleiche Auflösung, Framerate sowie gleicher Video- und ggf. Audio-Codec.

Hinweis! VirtualDubMod kann weder MPEG1- noch MPEG2-Dateien ohne Neukomprimierung, d.h. im Direct stream copy Modus, splitten oder zusammenfügen.

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